STIMME von und für Minderheiten N° 51 / Sommer 2004
Stadt und Land
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Europas Spieglein an der Wand
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Burgenlandkroaten in Wien ein Modell für alle autochthonen Minderheiten? Die Burgenlandkroaten in Wien sind in einer schwierigen Situation. Ihre Zahl wird größer und größer, ihre Rolle und Bedeutung innerhalb der gesamten Minderheit der Burgenlandkroaten wächst ständig, aber die klassischen Minderheitenrechte helfen in Wien nicht. Sie sind an die burgenländische Scholle gebunden.
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Wem gehört die Stadt? Eine neue urbane Entwicklung macht sich auch in Wien bemerkbar. Einige der "GastarbeiterInnen" treten in den Stadtvierteln, die überwiegend von zugewanderten Minderheiten bewohnt werden, als UnternehmerInnen und InhaberInnen von kleinen Betrieben hervor. So bilden sie eine Infrastruktur und ein Nahversorgungsnetz für ihren lokalen Markt. Die Wiener Stadtpolitik sieht offensichtlich Probleme darin und positioniert sich in ihren Interventionsprogrammen gegen diese Entwicklung als Befürworterin der "Kontra-Segregation". Die Segregation stellt aber nicht nur ein Problem, sondern auch eine Lösung dar.
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"Home sweet Homo" oder doch "Heimat, fremde Heimat" Auf dem Land als Kind aufzuwachsen kann viele Vorteile haben, es gibt genügend Platz zum Austoben, meist auch andere Kinder in der näheren Umgebung, die sich als SpielkameradInnen anbieten. In den Kindergarten und zur Schule geht frau zu Fuß oder fährt mit dem Fahrrad. Nun ja, der Schuldirektor ist ein enger Freund der Eltern, was schon mal unangenehm sein kann, aber dafür gibt es extra Kerzengießstunden beim Pfarrer, der übrigens auch ein enger Freund der Familie ist.
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Lesbisch-schwules Leben in der Provinz Für viele Lesben und Schwule ist das Leben in der Stadt vor allem die Befreiung aus der Enge und der Geschlossenheit der dörflichen Gemeinschaft, die in überlieferten Traditionen und Ritualen verharrt, Neues als Ungewohntes ablehnt und die in ihrer auf Verwandtschaftsbeziehungen abgestellten Strukturiertheit kaum Privatleben zulässt.
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Walter, der Fußballspieler Walter war ein erwachsener Mann, aber seine geistige Verfassung war die eines Schulanfängers. Er zog durch die Siedlung, auf der Suche nach Unterhaltung und Ansprache und war glücklich, wenn die Fußballzeit gekommen war.
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"Immer ein bisschen dazwischen stehen" "Das ist ja das Grundproblem, das man hat: Etwas als inter-kulturellen Konflikt zu bezeichnen, wenn es eigentlich um Lärm geht, wie bei anderen Konflikten auch. Denn das Kindertrampeln und Möbelrücken hat man in jedem zweiten Konfliktfall.
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Verschleppte Geschichten: Arbeitsmigrationspolitik und koloniale Einschreibungen Die Geschichten und Konzepte zum grenzüberschreitenden Transfer von Arbeitskräften bewegen sich innerhalb eines Machtraums, der das ungleiche Verhältnis zwischen Peripherien und Metropolen widerspiegelt. In praktisch allen westlichen Staaten werden durch Arbeitsmigrationspolitik insbesondere People of Color strukturell diskriminiert. Da vor allem Menschen aus ehemals kolonialisierten oder randständigen Gesellschaften benachteiligt werden, ist zu analysieren, inwieweit diese Politik eine koloniale Aneignungsform darstellt.
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Roma: heimliche EU-BürgerInnen Schon gehört vom elften Neuling in der EU? Keine Angst, von der Türkei ist nicht die Rede. Eine acht Millionen starke Minderheit hat am ersten Mai, unbemerkt von der feiernden Öffentlichkeit, ebenfalls den Schritt in die EU gewagt. Allerdings unter gänzlich anderen Umständen als ihre zehn Kollegen. Sozusagen als deren Anhängsel.
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